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Specialty Coffee

Specialty Coffee bedeutet „Spezialitätenkaffee,“ das ist qualitativ besonders hochwertiger Rohkaffee der Gattung Arabica. Bei Robusta-Kaffees gibt es die Qualitätsstufe auch, dort heißt sie „Fine Grade Coffee.“

Rohkaffees, also ungeröstete Kaffeebohnen, werden vor dem Verkauf und im Großhandel nach Güteklassen klassifiziert. Die Güteklasse bestimmt den Wert des Kaffees. Kaffeefarmer können mit hochwertigem Kaffee mehr Geld verdienen, und letztlich ist der Kaffee dann auch in der Tasse teurer – und schmeckt wunderbar. Doch wie erfolgt die Einstufung in die Güteklassen? Der Maßstab beim Kaffee ist die SCA-Skala, die von der Non-Profit-Organisation „Specialty Coffee Association“ erfunden wurde. Rohkaffees, die im Rahmen einer offiziellen Prüfung durch Q Grader mehr als 80 von 100 möglichen Punkten erreichen, dürfen als Specialty Coffee verkauft werden. Bewertungen mit mehr als 90 Punkten sind selten.

Wo kann man Specialty Coffee kaufen?

Specialty Coffee kaufen kannst du bei den meisten guten, handwerklich arbeitenden Röstern, sofern diese beim Einkauf des Rohkaffees entsprechend viel Wert auf die Qualität gelegt haben. Alle Kaffees der Röster im ROASTCLUB sind garantiert Specialty Coffees.

Wer verleiht das Gütesiegel Specialty Coffee?

Q Grader sind zertifizierte Kaffee-Qualitätsgutachter und damit in der Lage, Kaffee bei Verkostungen – den Cuppings – durch das Punktesystem den Status Specialty Coffee zu verleihen. Von diesen Q Gradern gibt es nur rund 6.000 weltweit, davon nur 30 in Deutschland.

Wie schmeckt Specialty Coffee?

Specialty Coffee ist kein abstraktes Siegel, Specialty Coffee schmeckt einfach besser. Der Grund ist unter anderem die Abwesenheit von Geschmacksfehlern im Kaffee. Wenn Kaffeekirschen nach der Ernte unsachgemäß verarbeitet oder gelagert werden, können sich Fehlgeschmäcke wie beispielsweise Muffigkeit entwickeln, die auch nach dem Rösten präsent schmeckbar sind. Durch feineres, langsameres Rösten von fehlerlosem Kaffee hat der Röstmeister die Möglichkeit, spannende Nuancen aus dem Rohkaffee herauszukitzeln, beispielsweise schokoladige, nussige, blumige oder zitrische Aromen. Die Grundanlagen für den Geschmack des Kaffees in der Tasse stecken im Rohkaffee, der Röstmeister muss diese allerdings herausarbeiten. Aus diesem Grund schmeckt Specialty Coffee auch nicht einheitlich. Ein Wildkaffee aus Äthiopien schmeckt bei gleicher Röstung deutlich anders als ein Kaffee aus Kolumbien oder aus Indien. In jedem Fall kann man bei Specialty Coffee sicher sein, dass der Kaffee gut schmeckt und ein attraktives, ausgewogenes und komplexes Geschmacksprofil aufweist.

Ist Specialty Coffee Bio oder fair gehandelt?

Zertifizierungen und Siegel für biologischen Anbau oder fairen Handel haben keine Aussagekraft bezüglich des Geschmacks des Kaffees. Die Auszeichnung Specialty Coffee bezieht sich jedoch einzig allein auf die Qualität. Es kann also durchaus sein, das fairer Bio-Kaffee nicht gut oder sehr gut schmeckt. Die Kombination aus Bio, fairem Handel und Specialty-Coffee-Rating ist natürlich perfekt. Doch nicht jede Farm oder Kooperative hat die nötigen Zertifizierungen für Bio oder Nachhaltigkeit. Hier kommt ein weiteres Konzept ins Spiel: Direct Trade. Direct Trade bezeichnet den direkten Einkauf von Rohkaffee durch Röster oder Rösterorganisationen bei den Farmen, ohne Zwischenhandel. Röster besuchen die Farmen, begutachten die Einhaltung von ökologischen und sozialen Standards, und natürlich den Geschmack des Kaffees. Das ist dann eine Art vertrauensbasierte Zertifizierung, die auf direktem Wege erfolgt, aber kein Siegel trägt.

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